So reduzieren Sie den Verschleiß von Kohlebürsten in Windkraftanlagen
Erfahren Sie, wie Sie die Ursachen für den Verschleiß von Kohlebürsten ermitteln, Schleifringe prüfen und die Zuverlässigkeit des Generators verbessern können.
So reduzieren Sie den Verschleiß von Kohlebürsten in Windgeneratoren: Diagnose und Korrekturmaßnahmen
Übermäßiger Verschleiß der Kohlebürsten in einem Windkraftanlagen-Generator ist eine der häufigsten Ursachen für ungeplante Wartungseinsätze, insbesondere bei Onshore-Anlagen in den USA.
Übermäßiger Kohlebürstenverschleiß in einem Windgenerator ist eine der häufigsten Ursachen für ungeplante Wartungseinsätze in der US-amerikanischen Onshore-Windflotte. Im Gegensatz zu einem katastrophalen mechanischen Ausfall entwickelt sich Bürstenverschleiß schrittweise. Er zeigt Warnsignale, bevor er zu einem Problem wird, doch ohne einen strukturierten Inspektionsansatz werden diese Anzeichen leicht übersehen. Dieser Artikel behandelt die Ursachen für beschleunigten Bürstenverschleiß, eine Fehlersuchmatrix für die häufigsten Schadensbilder sowie Korrekturmaßnahmen, deren Wirksamkeit sich in der Praxis bewährt hat.
Der Inhalt basiert auf der Windtracker-Felddatenbank von Mersen sowie auf jahrzehntelanger tribologischer Erfahrung im Bereich Kohlebürsten für Windgeneratoren. Alle hier beschriebenen Korrekturmaßnahmen können, sofern nicht anders angegeben, in Nabenhöhe und ohne Spezialausrüstung durchgeführt werden.
Warum Windgeneratoren besonders anfällig für Bürstenverschleiß sind?
Der Verschleiß von Kohlebürsten in einem Industriemotor ist beherrschbar: Die Maschine ist gut zugänglich, die Umgebungsbedingungen sind stabil und ein Bürstenwechsel dauert nur wenige Minuten. Bei einem Windgenerator verhält es sich genau umgekehrt.
Die Gondel arbeitet über einen Temperaturbereich, der zwischen Winter und Sommer 60 Grad oder mehr betragen kann. Die Luftfeuchtigkeit schwankt kontinuierlich. Der Antriebsstrang überträgt Vibrationen auf den Generatorrahmen, die bei stationären Maschinen nicht auftreten. Hinzu kommen die periodischen Drehzahländerungen einer drehzahlvariablen Windenergieanlage. Dadurch verändert sich die Umfangsgeschwindigkeit des Schleifrings und damit auch die tribologischen Bedingungen an der Bürsten-Schleifring-Kontaktstelle ständig während des Betriebs.
Die praktische Folge: Eine Kohlebürstenqualität, die auf einer stabilen Industriemaschine zufriedenstellend funktioniert, kann in einem Windgenerator zwei- bis dreimal schneller verschleißen. Nicht, weil die Qualität grundsätzlich ungeeignet wäre, sondern weil sie nicht für die spezifische Kombination aus variabler Drehzahl, Vibrationen und Temperaturwechseln entwickelt wurde, die für Windenergieanlagen typisch ist. Aus diesem Grund existieren windspezifische Qualitäten wie CG677, CG626 oder MC837 als eigenständige Produktkategorie und nicht lediglich als Teil des Standard-Industriesortiments.
Die fünf Hauptursachen für beschleunigten Bürstenverschleiß
1. Falsche Bürstenqualität
Die häufigste Ursache für vorzeitigen Verschleiß ist eine Diskrepanz zwischen Bürstenqualität und Betriebsbedingungen. Eine Qualität, die für das Schleifringmaterial zu hart ist, bildet keinen schützenden Patinafilm, der Reibung und Verschleiß reduziert. Eine zu weiche Qualität verschleißt bei hohen Umfangsgeschwindigkeiten schnell.
Auch das Schleifringmaterial spielt eine wichtige Rolle. Für Bronze optimierte Qualitäten verhalten sich auf Edelstahl anders und umgekehrt. Wenn der Verschleiß unmittelbar nach einem Bürstenwechsel begonnen hat und eine andere Qualität verwendet wurde, sollte zuerst eine mögliche Fehlanpassung der Bürstenqualität überprüft werden.
2. Falscher Federdruck
Der Federdruck an der Bürsten-Schleifring-Kontaktstelle muss innerhalb des für die jeweilige Qualität vorgesehenen Bereichs liegen. Dieser wird in der Regel in N/cm² Kontaktfläche angegeben. Ein zu geringer Druck führt zu intermittierendem Kontakt und Lichtbogenbildung. Dadurch wird die Schleifringoberfläche beschädigt und der Verschleiß beschleunigt. Ein zu hoher Druck erhöht die Reibung, steigert die Temperatur und kann mechanische Risse in der Bürste verursachen.
Der Federdruck verändert sich zudem mit zunehmendem Bürstenverschleiß. Bürstenhalter mit Konstantkraft-Federsystemen halten den Druck über den gesamten Verschleißbereich hinweg konstant. Einfache Schrauben- oder Spiralfedersysteme hingegen verlieren Druck, wenn die Bürste kürzer wird.
3. Zustand der Schleifringoberfläche
Die Schleifringoberfläche bildet die zweite Hälfte des tribologischen Kontaktpaares.
Eine zu glatte Oberfläche ermöglicht nicht die Bildung des Patinafilms, der den Kontakt schmiert. Eine zu raue Oberfläche (Ra über etwa 1,6 Mikrometer) verursacht unabhängig von der verwendeten Bürstenqualität abrasiven Verschleiß.
Oxidation, harte Stellen, Riefen infolge früherer Bürstenschäden sowie Kohlenstoffablagerungen aufgrund unzureichender Belüftung verschlechtern den Oberflächenzustand und erhöhen den Verschleiß.
Auch das Material des Windgenerator-Schleifrings ist entscheidend. Edelstahlschleifringe weisen einen höheren elektrischen Widerstand und eine geringere Wärmeleitfähigkeit auf als Bronze. Dadurch entstehen bei gleicher Strombelastung höhere Kontakttemperaturen, was direkt zur Verschleißrate beiträgt.
4. Vibrationen
Vibrationen des Antriebsstrangs führen dazu, dass die Bürste mit ihrer Eigenfrequenz auf der Schleifringoberfläche springt.
Jeder dieser Sprünge stellt eine Mikro-Unterbrechung des elektrischen Kontakts dar und erzeugt einen Mikrolichtbogen, der sowohl die Bürstenoberfläche als auch die Schleifringoberfläche schrittweise beschädigt.
Wenn die Geometrie des Bürstenhalters seitliche Bewegungen zulässt, verursachen Vibrationen zudem Seitenverschleiß und Bürstenrisse.
Vibrationsbedingter Verschleiß ist an einer narbigen oder kraterförmigen Bürstenoberfläche erkennbar und unterscheidet sich deutlich von der glatten, leicht konvexen Oberfläche eines normalen Verschleißbildes.
5. Verschmutzung und Feuchtigkeit
Kondensation innerhalb des Schleifringschranks während Kaltstarts hinterlässt Feuchtigkeit auf der Schleifringoberfläche. Dadurch wird der Patinafilm gestört und ein intermittierender Kontakt mit hohem Übergangswiderstand verursacht.
Öldämpfe aus dem Getriebe, die in die Gondel gelangen, was insbesondere bei älteren Plattformen häufig vorkommt, kontaminieren die Schleifringoberfläche und verändern die Bedingungen für die Bildung des Kontaktfilms.
Kohlenstaub, der sich infolge des normalen Bürstenverschleißes ansammelt und nicht durch eine ausreichende Belüftung entfernt wird, kann unter feuchten Bedingungen elektrisch leitfähig werden. Dies erhöht Leckströme und beschleunigt die Oberflächenschädigung.
Was bei jedem Zugang überprüft werden sollte
Checkliste für die Schleifringinspektion
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Bürstenlänge
Verbleibende Bürstenlänge im Vergleich zur vorgeschriebenen Mindestlänge messen. Die Bürsten sollten vor Erreichen der Mindestlänge und nicht erst bei Erreichen ausgetauscht werden. -
Federdruck
Federdruck mit einem Zug-Druck-Messgerät an einer repräsentativen Stichprobe von Bürstenhaltern messen. Werte außerhalb des für die jeweilige Qualität zulässigen Bereichs kennzeichnen. -
Bürstenoberfläche
Bürstenoberfläche prüfen: Eine glatte, leicht konvexe Oberfläche ist normal. Narben, Krater oder seitliche Riefen deuten auf Vibrationen oder Verschmutzungen hin. -
Schleifringoberfläche
Schleifringoberfläche prüfen: Eine gleichmäßige dunkle Patina ist korrekt. Helle Streifen, harte Stellen, Riefen oder schwarze Ablagerungen weisen auf Oberflächenprobleme hin, die Aufmerksamkeit erfordern.
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Schleifring-Rundlauf
Schleifring-Rundlauf mit einer Messuhr prüfen, wenn mechanische Geräusche oder asymmetrischer Verschleiß auftreten. Ein Rundlauf von mehr als 0,05 mm erfordert weitere Untersuchungen. -
elektrische Anschlüsse
Alle elektrischen Anschlüsse auf korrekte Anzugsmomente sowie auf Anzeichen von Überhitzung prüfen (Verfärbungen oder Oxidation an den Anschlussstellen). -
Belüftung des Schranks
Belüftung des Schranks kontrollieren. Verstopfte Filter oder beschädigte Luftkanäle reduzieren den Luftstrom und erhöhen Feuchtigkeit und Temperatur im Schaltschrank. -
Messwerte aufzeichnen
Sämtliche Messwerte dokumentieren und mit den Ergebnissen früherer Inspektionen vergleichen. Trendanalysen sind aussagekräftiger als Einzelmessungen.
Fehlersuchmatrix
Symptome, Ursachen und Korrekturmaßnahmen
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| Beobachtetes Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Korrekturmaßnahme | Dringlichkeit |
| Übermäßiger und schneller Verschleiß (< 6 Monate) | Falsche Bürstenqualität, falscher Federdruck, beschädigte Schleifringoberfläche | Federdruck (N/cm²) prüfen, Schleifringoberfläche inspizieren, Bürstenqualität mit Spezifikation abgleichen | Hoch – sofortige Inspektion einplanen |
| Ungleichmäßiger Verschleiß zwischen den Bürsten | Fehljustierter Bürstenhalter, mangelnde Konzentrizität des Schleifrings, Vibrationen | Ausrichtung des Bürstenhalters prüfen, Rundlauf messen | Mittel – über 2 Inspektionszyklen beobachten |
| Hohe Schleifringtemperatur (wiederkehrende Alarme) | Hoher Kontaktwiderstand, thermisch gesättigter Edelstahlschleifring, schlechte Anschlussverbindung | Schleifringoberfläche reinigen, Anzugsmoment der Anschlüsse prüfen, Bronze-SR-13-15-Nachrüstung in Betracht ziehen | Hoch – Risiko für das NDE-Lager |
| Starke schwarze Staubablagerungen im Schaltschrank | Hohe Verschleißrate, unzureichende Belüftung, zu graphitische Bürstenqualität | Inspektionshäufigkeit erhöhen, Belüftung prüfen, Bürstenqualität überprüfen | Mittel |
| Sichtbare Funkenbildung im Betrieb | Riefen oder Oxidation auf der Schleifringoberfläche, zu geringer Druck, falsche Bürstenqualität | Dringende Inspektion der Schleifringoberfläche, Federdruck anpassen, Isolierung prüfen | Hoch – Anlage stoppen, wenn das Problem anhält |
| Rundlaufabweichung oder mechanische Geräusche | Mechanischer Verschleiß des Schleifrings, Lagerschaden, innere Schrumpfung | Rundlauf messen (Grenzwert < 0,05 mm), Lager prüfen, Nachbearbeitung beurteilen | Hoch |
| Brandstelle oder lokale Schwärzung auf dem Schleifring | Lokaler Überschlag, stationärer Lichtbogen, leitfähige Verunreinigung | Schleifringoberfläche prüfen, vollständige Reinigung des Schranks, Isolierung kontrollieren | Hoch – vor Wiederinbetriebnahme prüfen |
| Bürstenlänge korrekt, aber Leistung verschlechtert | Verschleiß der Kontaktfläche (unzureichendes Einlaufen), zu harte Bürstenqualität für die Oberfläche | Einlaufzustand prüfen, Schleifringoberfläche inspizieren (Ra 0,8–1,6 µm), Bürstenauswahl überprüfen | Niedrig – bei der nächsten Wartung korrigieren |
Bürstenqualität
Gradeauswahl: Anpassung der Bürste an das Betriebsprofil der Windenergieanlage
Sobald ein Verschleißproblem festgestellt wurde und der Zustand des Schleifrings sowie der Bürstenhalter als zufriedenstellend bewertet wurden, liegt die Ursache häufig in einer ungeeigneten Bürstenqualität.
Die Auswahl von Kohlebürsten für Windgeneratoranwendungen basiert auf einigen wenigen entscheidenden Kriterien:
- Schleifringmaterial: Bronzeringe (SR 13-15 und vergleichbare Ausführungen) erfordern andere Bürstenqualitäten als Edelstahlschleifringe. Der Einsatz einer für Edelstahl optimierten Qualität auf Bronze oder umgekehrt führt zu einer von der Spezifikation abweichenden Verschleißrate.
- Umfangsgeschwindigkeit: Anhand des Schleifringdurchmessers und der Nenndrehzahl des Generators wird die Umfangsgeschwindigkeit in m/s berechnet. Jede Bürstenqualität besitzt eine zulässige maximale Umfangsgeschwindigkeit. Wird diese überschritten, verkürzt sich die Lebensdauer der Bürste vorhersehbar.
- Stromdichte: Die Stromdichte des Rotorerregerstroms bezogen auf die Kontaktfläche der Bürste bestimmt die thermische Belastung der Bürste. Höhere Stromdichten erfordern Qualitäten mit besserer elektrischer Leitfähigkeit und Wärmeableitung.
- Betriebsumgebung: Standorte in kalten Klimazonen mit häufiger Kondensatbildung benötigen Qualitäten mit höherer Feuchtigkeitsbeständigkeit. Heiße Standorte erfordern Qualitäten mit höherer thermischer Stabilität.
Für die GE-Hitachi 1.X-Plattform mit dem Bronze-Schleifring SR 13-15 lautet die im Feldeinsatz validierte Empfehlung CG677 für Phasenkontakte und HCH-4X1 für Erdungskontakte. Für Standorte, an denen weiterhin Edelstahlschleifringe eingesetzt werden, ist CG677 ebenfalls kompatibel. Bei anderen Plattformen bildet das Datenblatt des Generatorherstellers den Ausgangspunkt. Das technische Team von Mersen kann auf Basis der Maschinendaten die geeignete Bürstenqualität empfehlen.
Wenn Bürstenverschleiß ein Symptom und nicht die Ursache ist: Schleifringschäden erkennen
Beschleunigter Bürstenverschleiß kann manchmal ein Symptom eines tieferliegenden Problems innerhalb der Schleifringbaugruppe sein und nicht auf ein Problem der Bürste oder des Bürstenhalters zurückzuführen sein.
Die folgenden Zustände des Schleifrings führen unabhängig von der eingesetzten Bürstenqualität zu dauerhaft übermäßigem Verschleiß:
- Oberflächenhärte außerhalb der Spezifikation: Ein Schleifring, der bei einem früheren Fehlerereignis überhitzt wurde, kann eine veränderte Oberflächenmetallurgie aufweisen, die bei jeder Bürstenqualität abrasiven Verschleiß verursacht.
- Rundlaufabweichung über der Toleranz: Ein Schleifring mit erhöhtem Rundlauf infolge von Lagerschäden oder fehlerhafter Montage verursacht ein Springen der Bürste mit der Rotationsfrequenz und erzeugt vibrationsbedingte Verschleißmuster.
- Chemische Verunreinigung der Oberfläche: Öl, Fett oder andere chemische Verunreinigungen verändern die Bedingungen für die Bildung des Kontaktfilms und können Verschleißmuster verursachen, die einer falschen Bürstenqualität ähneln.
- Verschlechterung der Isolierung: Rissige oder delaminierte Schleifringisolierungen können Leckströme und ein unregelmäßiges Kontaktverhalten verursachen, die wie Verschleißerscheinungen wirken, tatsächlich jedoch durch Lichtbögen verursacht werden.
Bleibt der Verschleiß bestehen, nachdem der Bürstendruck korrigiert, Bürsten durch die richtige Qualität ersetzt und die Schleifringoberfläche gereinigt wurde, sollte als nächster Schritt eine vollständige Bewertung des Schleifrings durchgeführt werden. Die Windtracker-Serviceteams von Mersen verfügen über die erforderlichen Messgeräte, um Schleifringe in Nabenhöhe zu bewerten, einschließlich Messungen der Oberflächenrauheit, des Rundlaufs und der Isolationswerte. Zudem können sie Empfehlungen zur Nachbearbeitung oder zum Austausch des Schleifrings geben.
Wartungsprogramm
Präventiver Ansatz: Die Lebensdauer von Bürsten systematisch verlängern
Der effektivste Weg, den Verschleiß von Kohlebürsten zu reduzieren, besteht nicht darin, Probleme erst nach ihrem Auftreten zu diagnostizieren, sondern ein Instandhaltungsprogramm zu etablieren, das die Ursachen für beschleunigten Verschleiß von vornherein verhindert.
Für Windgeneratoren bedeutet dies drei wesentliche Maßnahmen: die richtige Auswahl der Komponenten von Anfang an (Bürstenqualität, Schleifringmaterial, Bürstenhaltertyp), strukturierte Inspektionen in festgelegten Intervallen mit dokumentierten Messwerten, und schnelle Korrekturmaßnahmen, sobald Trenddaten auf ein entstehendes Problem hinweisen.
Der Leitfaden zur Wartung von Windgeneratoren von Mersen beschreibt den vollständigen Wartungsrahmen einschließlich der empfohlenen Wartungsintervalle für verschiedene Plattformen.
Für Wartungsteams, die eigene Diagnosekompetenzen aufbauen möchten, umfasst das Schulungsprogramm von Mersen für Windgeneratoren die Wartung von Bürsten und Bürstenhaltern, die Inspektion und Bewertung von Schleifringen, die Fehlerdiagnose anhand von Bürstenverschleißmustern sowie die Auswahl geeigneter Bürstenqualitäten. Das Programm ist speziell auf die Betriebsbedingungen von Windenergieanlagen zugeschnitten und kann sowohl direkt im Windpark als auch in den Schulungszentren von Mersen durchgeführt werden.
Häufig gestellte Fragen
Verschleiß von Kohlebürsten: Diagnose und Abhilfemaßnahmen
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Was ist eine normale Verschleißrate von Kohlebürsten in einem Windgenerator?
Die normale Verschleißrate hängt von der Bürstenqualität, dem Schleifringmaterial, der Stromdichte und der Umfangsgeschwindigkeit ab.
Als praktische Referenz für die GE-Hitachi 1.X-Plattform mit dem Bronze-Schleifring SR 13-15 und der Bürstenqualität CG677 gilt: Unter guten Betriebsbedingungen und bei strukturierten Inspektionen kann ein Bürstenwechselintervall von drei bis vier Jahren erreicht werden.
Bei Edelstahlschleifringen mit Standardqualitäten sind Intervalle von 12 bis 18 Monaten üblicher.
Wenn Bürsten in beiden Konfigurationen innerhalb von weniger als sechs Monaten verschleißen, ist dies als abnormal anzusehen, und die Ursache sollte vor dem nächsten Bürstenwechsel untersucht werden.
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Kann ich verschiedene Kohlebürstenqualitäten im selben Generator verwenden?
Nein. Alle Bürsten, die auf derselben Schleifringbahn laufen, müssen dieselbe Qualität besitzen.
Das Mischen unterschiedlicher Qualitäten führt zu unterschiedlichen Kontaktfilm-Eigenschaften auf verschiedenen Bereichen der Schleifringoberfläche. Die Folge sind eine ungleichmäßige Stromverteilung, lokale Überhitzungen und ein beschleunigter Verschleiß der weicheren Bürstenqualität.
Wenn im Notfall eine einzelne Bürste durch eine andere Qualität ersetzt wird, sollte sie so schnell wie möglich durch die korrekte Qualität ersetzt werden.
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Was bedeutet eine narbige oder kraterförmige Bürstenoberfläche?
Eine narbige oder kraterförmige Bürstenoberfläche im Gegensatz zu einer glatten, leicht konvexen Verschleißfläche ist das klassische Anzeichen für vibrationsbedingtes Springen an der Bürsten-Schleifring-Kontaktstelle.
Jede Kontaktunterbrechung erzeugt einen Mikrolichtbogen, der sowohl die Bürstenoberfläche als auch die Schleifringoberfläche an der Kontaktstelle erodiert.
Die Ursache ist in der Regel mechanischer Natur: Schwingungen des Antriebsstrangs, lockere Bürstenhalter oder Rundlaufabweichungen des Schleifrings.
Eine reine Erhöhung des Bürstendrucks löst das Problem nicht. Die Vibrationsquelle muss identifiziert und beseitigt werden.
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Woran erkenne ich, ob der Schleifring nachbearbeitet oder ersetzt werden muss?
Eine Nachbearbeitung ist sinnvoll, wenn die Schleifringoberfläche Oxidation, leichte Riefen oder eine Rauheit außerhalb der Spezifikation aufweist, die Ringwand jedoch noch ausreichend stark ist und die Isolierung intakt bleibt.
Ein Austausch ist erforderlich, wenn tiefe Riefen vorhanden sind, harte Stellen durch frühere Lichtbogenereignisse entstanden sind, Rundlaufabweichungen nicht durch Nachbearbeitung korrigiert werden können oder die Isolierung versagt hat.
Die Windtracker-Ingenieure von Mersen können vor Ort eine Bewertung durchführen, die Maßkontrollen, Rauheitsmessungen und Isolationsprüfungen umfasst, um eine eindeutige Empfehlung abzugeben.
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Ist eine Inspektion von Schleifringen möglich, ohne die Windenergieanlage anzuhalten?
Eine Sichtprüfung des Schleifringschranks, einschließlich Bürstenlänge, Oberflächenzustand, Ansammlung von Kohlenstaub und Zustand der Anschlussverbindungen, kann häufig durchgeführt werden, während die Anlage mit niedriger Last in Betrieb ist.
Die Messung des Bürstendrucks sowie der Oberflächenrauheit des Schleifrings erfordert jedoch das Abschalten und Verriegeln der Anlage.
Die Messung des Rundlaufs setzt voraus, dass sich der Schleifring langsam dreht, was unter kontrollierten Bedingungen bei niedriger Drehzahl möglich ist.
Für eine vollständige Isolationsprüfung muss die Maschine spannungsfrei geschaltet werden.